Effektiver von zu Hause aus arbeiten

Selbständig sein heißt frei sein, oder? Niemand sagt dir, was zu tun ist oder wann es zu tun ist. Du entscheidest selbst. Aber ist es wirklich immer so toll, wie es sich anhört?

 

Denn mit großer Freiheit geht auch eine große Verantwortung einher. Wenn niemand anderes deinen Arbeitstag für dich organisiert, ist nur eine Person übrig um das zu tun: Du selbst. Du musst dich durch ein echtes Minenfeld von Produktivitätsfallen navigieren, damit du am Ende des Tages das getan hast, was getan werden musste.  Andernfalls trägt man den Arbeitsstress immer weiter mit sich herum. Und das ist auf keinen Fall gut für dich oder dein Privatleben.

 

Deshalb findest du  in diesem Artikel einige einfache Tricks, wie man seinen Arbeitstag strukturieren und produktiv gestalten kann.

 

 

1. Strukturiere deinen Tag, wenn du von zu Hause aus arbeitest

Als Selbständiger kannst du arbeiten, wann immer du willst - aber das ist nicht immer ein Vorteil. Denn wenn man jederzeit arbeiten kann, ist man mental immer bereit dafür. Man befindet sich immer in Rufbereitschaft und kann nie wirklich abschalten.

 

  • Führe feste Bürozeiten ein, die für dich am besten geeignet sind. Es ist wichtig, sich selbst zu kennen und zu wissen, was am besten funktioniert. Wähle die Tageszeit, zu der du am produktivsten bist. Das kann früh morgens oder spät abends sein, das liegt annum an dir. Solange es auch eine Zeit gibt, zu der sich deine Arbeitszeit mit der freien Zeit deiner Kunden deckt, kann der Großteil deiner Arbeit zu deinem idealen Zeitpunkt erfolgen.
  • Setze dir  für jeden Tag ein Ziel. Plane deinen Tag und entscheide, welche Aufgabe du zu welcher Zeit erledigt haben möchtest. (Horror-Großmeister Stephen King beispielsweise schreibt morgens immer 2000 Wörter für sein neues Buch - nicht mehr und nicht weniger. Er nutzt den Nachmittag dann für andere Aufgaben wie Recherchen.)
  • Mache regelmäßig Pausen. Bei aller Produktivität sollten man eines nicht vergessen: regelmäßige Pausen. Auch wenn Zeit Geld ist und man für sich selbst arbeitet. Denn wenn du erschöpft und unkonzentriert bist, leidet darunter auch die Qualität deiner Arbeit - und die Kunden sehen das nicht gern.
  • Stelle sicher, dass dein Arbeitstag auch tatsächlich endet. Jeder hat Termine und spezielle Projekte, die länger dauern können als gewöhnlich. Aber solche Situationen sollten die Ausnahme sein, nicht die Regel. Wenn deine Arbeit für diesen Tag erledigt ist und du deine "Bürozeiten" erfüllt hast, stelle sicher, dass du am Ende des Tages wirklich abschaltest und gratuliere dir auch ruhig mal selbst zu einer gut gemachten Arbeit.

 

2. Halte Arbeit und Privatleben getrennt

Vor Jahren, als die meisten Menschen noch in traditionellen Büros arbeiteten, war es viel einfacher, Grenzen zwischen Arbeit und Leben zu setzen. Wenn man morgens bei der Arbeit ankommt, ist man bei der Arbeit. Abends geht man nach Hause und ist zu Hause. Da gibt es nicht viel Raum für Verwirrung oder Interpretation.

Heutzutage ist diese Grenze verschwommen, insbesondere bei den Selbstständigen. Vor allem, wenn man am selben Ort arbeitet und lebt. Manche Menschen fühlen sich den ganzen Tag bei der Arbeit und können nie wirklich abschalten.

 

  • Nutze für die Arbeit einen separaten, produktiven Raum. Natürlich ist es verlockend, mit dem Laptop auf der Couch zu sitzen, während der Fernseher im Hintergrund plaudert. Schaffe dir dennoch einen Ort, den du ausdrücklich deiner Arbeit widmest. Idealerweise sollten man ein Büro oder eine Werkstatt zu Hause haben. Wenn das nicht der Fall ist, setz dich einfach mit deinem Laptop an den Küchentisch oder geh in ein Café - solange die Couch frei bleibt.
  • Versetz dich in den „Arbeitsmodus“. Geh duschen, zieh deine Schlafsachen aus oder verwende sogar eine spezielle „Arbeits“-Kaffeetasse. Selbst wenn niemand da ist, um dein Outfit zu sehen, können diese mentalen Erinnerungen dich in die richtige, fokussierte Stimmung versetzen und so unbewusst dabei helfen, in den "Business-Groove" zu geraten.
  • Vermeide es Hausarbeit während der Arbeitszeit zu erledigen. Es ist wirklich schwer, der Versuchung zu widerstehen, bei der Arbeit zu Hause gleich noch mehrere Aufgaben zu erledigen. Staubsaugen oder Waschen ist natürlich auch „Arbeit“. Aber nicht dein Job. Verbiete dir solche Aktivitäten während der Arbeitszeit und konzentriere dich stattdessen ganz auf die Arbeit, mit der du dein Geld verdienst.

 

3. Ablenkungen sind ein Fluch

Bing! Eine neue E-Mail im Posteingang. Brrr, brrr, das Telefon vibriert mit einer Textnachricht. Und das Lied im Radio ist wirklich nett, oder? Das hab ich doch schon lange nicht mehr gehört!

Heute gibt es so viele Ablenkungen wie Sand im Meer - und das hat echte Konsequenzen: Laut Gloria Mark von der University of California in Irvine kann es nach einer Ablenkung bis zu 23 Minuten dauern, bis man wieder zu der eigentlichen Aufgabe zurückfindet. Das führt zu einem großen Produktivitätsverlust im Laufe des Tages.

 

  • Sage "Nein" zu deinem Smartphone. Schalte es stumm, aktiviere den Flugmodus oder verstecke es in einem anderen Raum. Schau auf keinen Fall bei jeder neuen Nachricht darauf. Wenn du über einen bestimmten Zeitraum hinweg hart gearbeitet hast, (beispielsweise eine Stunde) kannst du feststellen, ob du etwas Wichtiges verpasst hast.
  • Das Gleiche gilt für E-Mails. Nicht jede E-Mail muss sofort gelesen und beantwortet werden. Überprüfe E-Mails regelmäßig, aber nicht ständig.
  • Reduziere Umgebungsgeräusche. Egal ob Straßenlärm oder das Radio des Nachbarn - einige akustische Ablenkungen können nicht einfach ausgeschaltet werden. In solchen Fällen können geräuschreduzierende Kopfhörer Abhilfe schaffen. Manche hören auch gern selbst Musik, um eine eigene produktive Klanglandschaft zu schaffen. Was für dich am besten funktioniert, hängt ganz von dir ab.
  • Räume deinen Arbeitsplatz auf. Dein Schreibtisch muss blitzen und glänzen, aber es sollte zumindest nichts mehr darauf sein, das dich ablenkt. Du solltest auf keinen Fall den Drang verspüren, alle paar Minuten durch Papierstapel zu graben, um zu sehen, ob alles erledigt ist.
  • Vergiss Multitasking - das ist ein Mythos. Studien haben gezeigt, dass das menschliche Gehirn nicht in der Lage ist, mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Tatsächlich verlagert sich die Aufmerksamkeit ständig von einer Aktivität zur anderen, was letztendlich die Speicherleistung verringert. Konzentriere dich also auf eine Sache und versuche nicht, mit mehreren Aufgaben zu jonglieren.

 

 

Nachdem wir im vorherigen Absatz alle Ablenkungen verteufelt haben, gibt es auch eine Ausnahme. Wie neue Studien ergeben haben, kann „gute“ Ablenkung bei kreativen Aufgaben helfen. Wenn man sich zu sehr auf einen bestimmten Ansatz konzentriert, kann man auch mental "stecken bleiben". Eine Ablenkung kann dann helfen, neue Lösungen zu finden. Es ist keine Überraschung, dass viele berühmte Erfinder behaupten, sie hätten die besten Ideen, wenn sie überhaupt nicht an das Problem gedacht hätten - in der Badewanne, auf einem Spaziergang oder sogar beim Träumen.

 

4. Richte dir genau das Heimbüro ein, das für dich funktioniert

Ohne einen strukturierten und produktiven Arbeitstag kann die Unabhängigkeit schnell im Chaos enden. Es ist daher wichtig, den Tag mit einem Plan zu beginnen. Wie detailliert du diesen Plan ausarbeitest und wie genau du schließlich daran festhältst, ist deine Entscheidung. Welche Menge an Planung für dich am besten funktioniert, liegt bei dir - schließlich bist du der Chef. ;)

 

Viel Spaß beim produktiven Home-Office! 

 

Lea Steger 

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